KlangWelten

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Sonderprojekte: Rheingold

Video von Thomas Poser
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Prélude

Unbekümmert rauscht der Rhein dahin und bestimmt das Leben von Millionen Menschen, Industrien und Kulturen, die von der Rheinnähe profitieren und profitierten. Das betrifft auch die Musiker, und man spürt ein starkes, untergründiges Ziehen des Rheinthemas, was den meisten Menschen aber unbewusst ist. Das zeigt sich bis in die modernen Sagen, wie z.B. Tolkiens Herr der Ringe. Musiker schrecken vor dem Thema RHEINGOLD zurück, weil es besetzt ist von Richard Wagner, Romantik, und deutschtümelndem Germanenkult in der Nazi-Zeit. Es ist an der Zeit die Deutungshoheit zurück zu gewinnen und mit einem frischen, unabhängigen musikalischen Blick ein neues Bild, einen neuen Klang zu entwerfen. Falsch verstandene, verworren montierte Heldensagen, Scheinwahrheiten und Ideologien hatten den Blick auf unseren Fluss lange getrübt. Als furchtloser Recke nähert sich Rüdiger Oppermann diesem Thema von Neuem. Am Anfang seiner neuen Rheinfaszination stand die Wiederbegegnung mit dem realen Rheingold: Den Hortfunden in Museen, mit dem Schifferstadter Goldhut (der passenderweise auch gleich auf eine magische Zauberervergangenheit hinweist), mit neuen zeitgenössischen Goldquellen wie Staustufen, Kieswerken, Chemiewerken, mit dem Nibelungenthema, mit neuen Römerfunden, die uns auch gleich mit jahrtausende-alter Internationalität von Kulturaustausch und Religionsentwicklung (Mithras! Isis! Kernunus! Merkur! Alma Mater!)  konfrontiert. Neue Funde aus der Harfenwelt : die alte Alemannenharfe wird für dieses Projekt rekonstruiert . Und natürlich die bekannten und bewährten Musiken entlang des Rheins: Natur-Zäuerli-Gesang in den hohen Bergen, Mittelalterliche frühchristliche Manuskripte aus St Gallen, Strasbourg, Worms, Mainz, Köln.....Hildegard von Bingen, Musikhochschulen in Basel, Mannheim, Mainz, Köln bis Rotterdam, die die Jazz- und Weltmusik-orientierten Studiengänge pflegen. Rheingold ein neues Musikprojekt, in dem verschiedene musikalische Aspekte der Rheinregion zusammengeführt werden. Der Rahmen dafür ist sehr breit, und reicht von prähistorischen Klängen über Renaissance, Volksmusik und Jazz bis hin zu Industrieklängen. Das ganze Werk wird in eine Geschichte eingebunden. Das Libretto schreibt Volker Gallé. Dies alles in eine stilistisch ansprechende Form zu bringen, mit historisch informierten Elementen der Vergangenheit, mit Neukompositionen, mit einer Rahmenhandlung, das ist keine einfache Aufgabe und erfordert intensive Recherche und  Erfahrung mit stilübergreifenden Projekten. Rüdiger Oppermann ist dafür der richtige Mann.

Der Spiritus Rector

Rüdiger OppermannRüdiger Oppermann ist erfahren in der Produktion stilübergreifender Projekte. Für das Projekt SILK ROAD zum Beispiel erhielt er den deutschen Weltmusikpreis Ruth 2006. In Deutschland gilt er als Weltmusik-Anchorman, und international als Botschafter seines Instruments- und einer weltumfassenden, globalen Musikbetrachtung. Für seine „Verdienste um den Dialog der Kulturen“ wird er 2014 mit dem „Großen Verdienstkreuz am Bande“ (Bundesverdienstkreuz) ausgezeichnet. Sein Festival KLANGWELTEN ist Deutschlands nachhaltigstes und ältestes Weltmusik-Tournee- Festival (29 Jahre). Er gilt auch als Meister seines Instruments, der Keltischen Harfe, und gründete vor 30 Jahre den deutschen Harfenverein, dessen Ehrenvorsitzender er noch ist. Auf über 50 CDs, 2 DVDs, einem Doku-Film und in 2 Büchern ist seine Entwicklung gut dokumentiert. Er beherrscht kleine wie große Formate, von der Solo-Performance über Kammermusikarrangements (Global Strings) bis hin zu Orchesterarrangements, Big-Band sounds und Avantgarde-Klängen... als Komponist ist er ein Vertreter der minimal-music, liebt aber auch reduzierte außergewöhnliche Klänge, schreibt für Gläserensemble, Streichquartett, exotische Instrumente und Jazzband, Geige Solo, Schrottophon oder Harfenduo. Das Programm THE BRENDAN VOYAGE, ein Auftragswerk des Wunderhören Festivals rund um die Nibelungenfestspiele mit 25 Musikern, inspirierte ihn, sich mit der Musik unserer eigenen Region genauso intersiv zu beschäftigen, wie er es für dieses Stück mit der alt-Irischen Musik tat.

Rüdiger Oppermann über RHEINGOLD:

“Das Thema RHEINGOLD hat mich direkt angesprungen. Wie kann es sein, dass ich mich bis in tiefste Verästelungen der altirischen Tradition vergrabe, in afrikanische Polyrhythmik, asiatische Feinstimmung, keltische Anderwelt, jedoch die Musik unsere eigenen Region im Nebel bleibt? Will ich mich von Wagner, Siegfried, Touristenromantik oder Hitler hindern lassen, die das Thema für sich gepachtet haben? Nein, es ist an der Zeit, unsere eigene regionale Kultur-geschichte mitsamt den neuen Erkenntnissen der letzten 50 Jahre neu und unbefangen zu betrachten, und die Deutungshoheit in die eigene Hand zu nehmen. Der Rheingold-Mythos hat es verdient, neu beschrieben zu werden, und zwar etwas näher an den historischen Wahrheiten und mit neuem, aufgeklärten Blick. Der Rhein per se hat zum Kulturaustausch geführt. Ich bin aufgewachsen in Bingen, Frankenthal und Ludwigshafen, und wohne heute noch in Rheinnähe. Schon als Kind spielte ich in Altrheinauen und auf Rheindämmen. Von hier aus bin ich musikalisch in die Welt gegangen, und nun kehre ich zum Rheinklang zurück. Es ist mir klar geworden, dass meine Beschäftigung mit diesem Thema schon früh und unbewusst begonnen hat, mit SILBERFLUSS 1984, und sich dieses nun in ein größeres und umfassenderes Format wandelt. In einigen Werken habe ich mich in den letzten 30 Jahren mit dem Wasser-Thema beschäftigt - z.B. nach dem Silberfluss auch in der Mekong Journey (KlangWelten Festival 2009), in Tsunami (2 Monate vor dem tatsächlichen Tsunami, im Okt 2004), in Rheinilganga 2013.... und auch andere Stücke fliessen auf einer unsichtbaren Wasserader, wie z.B. Ennanga 1986,  OhKembe 2005, Stream of Gold 2007, Eile mit Weile 2003. Prinzip der Fluss-Musik ist: Bleibende Bewegung, meistens dargestellt durch zwei Harfen, aber auch immer wieder neue Klänge vom Ufer, Aufnahme neuer Wasser aus weit verzweigten Regionen. Diese werden integriert und verwandeln den Fluss.... wandeln sich aber auch selbst durch die Fluss-Wucht. Verschiedene Stationen stehen für verschiedene kulturelle Einflüsse, es ist ein Fliessen durch die Geschichte und durch unterschiedliche kulturelle Gegebenheiten. Bekannt wurde ich als ein Klangsucher, der weltweit in die geografische Ferne schweift, um abgelegenste Musikkulturen zu erforschen und auf die Bühne zu bringen. Bei RHEINGOLD bleibe ich in unserer Region. Die Reise geht nicht in die Ferne, sondern in die Tiefe - In die tiefe der Rhein-Musikgeschichte - und siehe da: Die Themen, auf die ich stoße,  ähneln denen der Weltmusik — ein Ritt durch verschiedenste Kulturen, und ein Dialog der Kulturen. Nun fühle ich mich auch qualifiziert, dieses Thema anzugehen.”

Tourneedaten

Hinweis: Aufgrund der ungünstigen Wetterbedingungen wurde das Konzert in Wörth in die Tullahalle, Kronenstraße 12, 76744 Wörth-Maximiliansau verlegt.

Rüdiger Oppermann & The Global Players  

Datum Stadt Location Land Tickets
25.07.16, 20:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 46509 Xanten Rheinufer, Anleger beim Restaurant Zur Rheinfähre
Bislicher Insel 1
DE
Ausweichort: Mensa Stiftsgymnasium
Vorverkauf: Siegfriedmuseum Xanten, Kurfürstenstraße 9, 46509 Xanten, Telefon: 02801/ 772200
23.07.16, 20:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 50677 Köln Lutherkirche DE
22.07.16, 20:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in Bad Honnef Rheinufer, Anleger Landebrücke, Insel Grafenwerth DE
Ausweichort: Schwimmbad Insel Grafenwerth
Vorverkauf: Stadtinformation Bad Honnef, Rathausplatz 2-4, 53604 Bad Honnef, Tel.: 0 22 24 / 9 88 27 46
21.07.16, 19:30h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 65203 Wiesbaden Rheinufer, Anleger Wiesbaden-Biebrich, Rheingaustraße, beim Schloss Biebrich DE
Ausweichort: Oranierkirche
Vorverkauf: Wiesbaden Tourist Information, Marktplatz 1, 65183 Wiesbaden, Tel.: 0611-1729- 930)
20.07.16, 19:30h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 65343 Eltville Rheinufer, Anleger am Platz von Montrichard DE
Ausweichort: Kurfürstensaal der Kurfürstlichen Burg
Vorverkauf: Tourist-Information der Stadt Eltville, Burgstraße 1, 65343 Eltville am Rhein, Telefon (0 61 23) 90 98-0, touristik@eltville.de sowie online unter www.eltville.de
19.07.16, 20:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 55218 Ingelheim am Rhein Rheinufer, Schiffsanleger beim Ingelheimer Sommergarten
Rheinstraße
DE
Ausweichort: Evangelische Burgkirche, An der Burgkirche 17, 55218 Ingelheim
Vorverkauf: Buchhandlung Wagner Friedrich-Ebert-Str. 5, 55218 Ingelheim
18.07.16, 20:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 67547 Worms Rheinufer, Viking-Anleger beim Hagendenkmal
Am Rhein 3
DE
17.07.16, 19:30h Rüdiger Oppermann & The Global Players in Mannheim Rheinufer, Viking Anleger bei der Jugendherberge beim Lindenhof DE
Ausweichort: Johanniskirche Ecke Rheinaustraße und Windeckstraße
Vorverkauf: „Rhein Neckar Ticket“ in den Räumen des Kundenforums des „Mannheimer Morgen“ im Quadrat P3, 4-5 / Fressgasse; Tel.: 0621-101011
16.07.16, 20:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 67346 Speyer Rheinufer, Schiffsanlegestelle „Pfälzerland“
Rheinallee 2
DE
Ausweichort: Stadthalle
15.07.16, 20:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 67061 Ludwigshafen Ludwigshafen Lukaskirche
Kurfürstenstaße 46
DE
13.07.16, 20:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 76744 Wörth Maximiliansau Schiffs-Anleger Wörth-Maximiliansau (beim Yacht Club Woerth)
Hafenstraße 4
DE
Bei Regen …findet das Konzert in der Tullahalle 76744 Wörth-Maximiliansau, Kronenstraße 12 statt.
Telefonhotline bei Wetterunklarheit: 0177/167 41 52
12.07.16, 19:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 77694 Kehl Rheinufer, bei Fa. Uhl, Nähe Yachthafen
Weststraße 1
DE
Ausweichort: Stadthalle
11.07.16, 20:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 79206 Breisach Rheinufer, Rhein-Anleger Nr. 4 beim Weinbrunnen DE
Ausweichort: Eventhalle Restaurant am Rhein
09.07.16, 20:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 79576 Weil am Rhein Rheinufer, Anleger beim Rheinpark Friedlingen DE
Ausweichort: Kath. Kirche Guter Hirte, Landskronstraße 7, 79576 Weil am Rhein-Friedlingen
08.07.16, 19:00h Rüdiger Oppermann & The Global Players in 4051 Basel Rheinufer, Anleger Schifflände bei der Mittleren Brücke
Schifflände
CH
Premierenkonzert
Nur 100 Tickets verfügbar.

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Wichtiger Hinweis: Die folgenden Tourneedaten sind noch nicht bestätigt:


Weitere Konzerte sind in Vorbereitung.

Die Besetzung

Aus dem vorher Gesagten ergibt sich die ungefähre Besetzung eines solchen Projekts. Es werden Musiker und Musikerinnen aus verschiedenen Stilrichtungen sein, in einer Kombination die es noch nie vorher gegeben hat (ca. 16 Einzelmusiker und zwei Ensembles):

Rüdiger Oppermann

Alemannisch-germanische Harfe, Bardenharfe, Glasharfe, Leitung

Rüdiger Oppermann

Joachim Schween

Archaische/prähistorische Klänge, römische Instrumente

Joachim SchweenJoachim Schween ist Archäologe und Deutschlands bester Kenner prähistorischer Bronzehörner. Bereits während des Studiums blies er die Trompete, so lag es nur nahe, dass er eine besondere Affinität zu prähistorischen, bronze/eisenzeitlichen Blechblasinstrumenten entwickelte. Er spielt unter anderem auf frühen Rekonstruktionen von Bronzehörnern, Luren und ähnlichen Instrumenten. Ein Instrumentarium, welches etwas Phantasie erfordert, was die musikalische Literatur betrifft. Denn diese gibt es gar nicht. Im Dunkel der Vermutungen gräbt er unermüdlich und dabei ertastet er überraschende akustische Ergebnisse, die nicht wirklich an Bach, Wagner oder Purcell erinnern, sondern eher an australische Didgeridoo-Bläser, afrikanische Ritualhörner oder nepalesische Tempeltrompeten. Auch er ist überzeugt, dass die Musik unserer Vorfahren diesen Klängen ähnelte. Er ist international gut vernetzt und in dauerndem Kontakt mit irischen, schottischen und anderen Musikarchäologen. Rüdiger Oppermann traf ihn auf einem musikarchäologischen Weltkongress (wo dieser den eiszeitlichen Mundbogen präsentierte). Der Musikarchäologe trägt mit den Uraltinstrumenten zum Klang der Eiszeit und der Uralten Folklore bei

Cynthia Oppermann

Konzertharfe

Cynthia OppermannCynthia Oppermann ist Soloharfenistin der Baden-Badener Philharmonie und interessiert sich besonders für Kammermusik und Impressionismus. Sie schafft es, der Harfe eine starke Ausdruckskraft zu geben ohne die Saiten zu überreissen. Eine fliessende Spieltechnik und tiefe Kenntnis R. Oppermanns Musik ergänzt sein Spiel ideal. Durch die 2012 wieder aufgenommene Zusammenarbeit mir ihr rückt auch seine Phase der Minimal-Music-Kompositionen wieder mehr in den Vordergrund. Ihre präzise Notentreue zwingt ihn zu präziser Notation, was ihm gut tut. Ausserdem sind sie verheiratet. Musikalisch verheiratet ist sie zur Zeit mit Veronika Fuchs und Sally Clarke, sie bilden gemeinsam das Trio Blue Ayre.

Franziska Urton

Violine

Franziska UrtonFranziska Urton ist Deutschlands führende "Folk-Geigerin". Sie beherrscht den typischen verzierten Folk-Stil, die gänzlich andere Bogenhaltung, und die besondere Phrasierung. Das beeindruckt auch die "Klassiker", die sich von ihr gerne unterrichten lassen. Aber sie hat auch einen starken klassischen Background, sie brach die beginnende "Wunderkind-Karriere" ab, studierte Geige/Schulmusik in Essen, leitet nun ein Schulorchester und spielt in diversen klassischen Formationen. Eine seltene Kombination verschiedener Talente. Bekannt wurde sie vor allem mit den deutschen "Irish-Folk"- Gruppen DÁN und Blue, aber auch als Gastmusikerin bei Cassard und in R. Oppermanns diversen Großprojekten.

Sally Clarke

Viola

Sally ClarkeAus Australien stammt Sally Clarke. Sie spielt im renommierten SWR Orchester in Stuttgart. Ihre große Liebe aber gehört der Kammermusik, und auf ihrem Instrument ist sie eine besonders expressive und genaue Solo-Virtuosin. Mit Cynthia Oppermann und Veronika Fuchs bildet sie das Trio Blue Ayre.

Ben Tai Trawinski

Kontrabass, Teufelsgeige

Ben Tai TrawinskiBen Tai Trawinski ist derzeit einer der beeindruckendsten jungen Bassisten, Mitglied bei Badz und in seiner eigenen Band Killme sowie einer Vielzahl von Jazz-Formationen. Er ist ein wunderbar pulsierender Begleiter, aber auch ein guter Solist und Arrangeur. Ben holt in unserem Projekt aus dem Kontrabass alles heraus, was geht. Zwischen Jazz, Songwriting und intonationssicherem Klassik-Spiel bewegt er sich leichfüßig und legt eine zuverlässige harmonische Basis.

Anne Krickeberg

Alte Musik, Gambe

Anne KrickebergAnne Krickeberg vertritt die Alte Musik in dieser Produktion. Sie spielt verschiedene Gamben, aber auch Cello und Fidel.

Christoph Barth

Alte Musik, Laute, Theorbe

Christoph BarthChristoph Barth spielt Laute und Theorbe. Ein überzeugender Vertreter der Alten Musik.

Corin Curschellas

Alpenmusik

Corin CurschellasCorin ist eine bekannte schweizer Sängerin und Schauspielerin, die mit vielfältigen Projekten schon in der ganzen Welt zu hören war. Ihre besondere Liebe gilt dem traditionelle Gesang ihrer Region, Graubünden. Sie singt hier rätoromanisch.

Thomas Busch

Römische Instrumente, Bassposaune

Thomas BuschDer in Worms geborene Thomas Busch hat seine bläserischen Wurzeln im ev. Posaunenchor Worms Hochheim-Herrnsheim. Er studierte in Hamburg und Lübeck, und spielte schon früh ab und zu in Darmstadt (Staatstheater) und Kaiserslautern (Pfalztheater). Seit 1996 ist er als Posaunist am Nationaltheater Mannheim engagiert. Außerdem unterrichtet er an der Jugendmusikschule Worms und ist Gründungsmitglied der Wormser Dombläser. Seit 2002 leitet er den ev. Posaunenchor Worms Hochheim-Herrnsheim, der bei der Aufführung in Worms erneut an diesem Projekt teilnimmt.

Franz Schüssele

Römische Instrumente, Alphorn

Franz Schüssele"Mister Alphorn" spielt bei diesem Projekt einige ausgefallene ursprüngliche Bauern- Holz- und Blechhörner.

Bijan Mahdjub

Orientalische Instrumente (römische Garnisonen)

Bijan MahdjoubBijan Mahdjoub ist ein Vertreter der Spielleute. Spezialisiert ist er auf Blasinstrumente, insbesondere auf Rohrblattinstrumente. In unserem Projekt spielt er auch das gerade erst entdeckte prähistorische Rohrblasinstrument, das nur Naturtöne kennt. Der Tausendsassa aller Blasinstrumente spielt hier nicht nur Low whistle und Bombarde, sondern auch Eiszeitflöte, orientalischen Dudelsack, Einhandflöte und Doppelflöte Sein eigener Familienhintergrund ist halb-persisch. Und so verwundert es nicht, dass er auch eine qualifizierte Beziehung hat zu archaischen Stimmungen, modalem Skalen-Denken und ostgewürzten Klängen.

Berth Wesselmann

Männerstimme, Erzähler

Berth WesselmannSeit über dreissig Jahren ist Berth Wesselmann Schauspieler am Theater Baden-Baden. Als feste Stütze des Ensembles spielte er hier eine Vielzahl großer Rollen. Seine Stimme ist auch vielen Hörbuch-Hörern bestens bekannt, da er in zahlreichen Einspielungen Figuren seine Stimme leiht (zum Beispiel in Edgar Wallace: "Der Joker" oder Jules Verne: "In 80 Tagen um die Welt"). Daneben ist er als Sprecher, z.B. bei ARTE, aktiv. Last but not least ist er auch dem TV-Publikum bekannt, da er in mehreren Tatort- Krimis mitwirkte. Auch im Theater Worms ist er schon mehrfach aufgetreten.

Laurin Oppermann

Gesang

Laurin Oppermann

Sigi Hausen

Mittelalterlicher Gesang weiblich (Hildegard v. Bingen, Alte Musik)

Sigi HausenSigi Hausen ist eine der bekanntesten Mittelalter-Sängerinnen. Sie prägt den Klang der Gruppen Estampie, Qntal und Voca Me mit glasklarer Mezzosopranstimme. Zusammenarbeit mit R. Oppermann seit 15 Jahren, sang bei Klangwelten 2001

Jenny Thiele

Jenny ThieleJenny Thiele, ausdrucksstarke junge Sängerin, wurde für die Rolle der Lore Lay ausgewählt. Sie verkörpert diese in fantastischer Form. Mitglied bei Buyakano, eigene Gruppen Nunuk und Violet Fall

Jørgen Lang

Gesang Nibelungenlied, Gitarre, Cister

Jørgen LangGesegnet mit einer wunderbar sonoren Stimme, ist Jørgen Lang ein Musiker, der die mündliche Überlieferung bevorzugt. Dass er in diesem Projekt nicht nur das Nibelungenlied in einer neuen alten Melodie singen, sondern auch noch abwegige Akkorde spielen muss, ist eine interessante Aufgabe mit überraschenden Ergebnissen, die überzeugen. Neben dem Gesang ist seine Spezialität ist eine ungewöhnliche Gitarren-Stimmung, genannt DADGAD (nach der Grundstimmung der Saiten) oder Open Tuning. Mit dieser Stimmung erzeugt er immer wieder ungewöhnliche Akkorde, die weit über das Übliche hinausgehen.

Enkhjargal Dandarvaanchig

Pferdegeige, Gesang "Etzel"

Enkhjargal DandarvaanchigEnkhjargal Dandarvaanchig, musikalischer Botschafter der Mongolei, hervorragender Morin Khoor (Pferdegeige) – Spieler, Improvisator und mitreissender Sänger mit Oberton- und Untertongesang. Enkh Jargal Dandarvaanchig singt in diesem Projekt die Stimme des Hunnenkönigs Attila ("Etzel") im Nibelungenlied, und improvisiert hervorragend auf der Pferdegeige Morin Khoor. Ausserdem singt er die Oberton-Melodie beim Goldhut. Weggefährte von R.Oppermann seit 16 Jahren.

Claudia Beck, Regula Winzeler

Basler Trommeln

Claudia BeckNach dem Studium der Archäologie und dem Trommeln profilierte sie sich als stilsichere Basler Trommlerin, die den traditionellen Stil des Fastnachtstrommelns gut beherrscht, aber auch über den Beckenrand der Tradition schaut.

Roland Schaeffer

Jazzinstrumente: Sopransaxophon/Nadaswaram

Roland SchaefferRoland Schaeffer spielt in dieser Produktion neben dem Jazz-Saxophon auch die Eiszeitflöte ("Geissenklösterle"-Flöte). Ein bedeutender Musiker mit multistilistischer, multikultureller Ausrichtung. Studium der südindischen Musik. Ein Pionier des Cross-over.

Julius Oppermann

Drums, Percussion

Julius Oppermann

Feti Akh

Darabuka, Percussion

Feti Akh

Weitere Künstler:

  • Fanfare/Leitmotiv: Bläserensemble (ca 12-20 Personen, jeweils aus regionalen Ensembles)
  • sowie ein  Ensemble der Rotterdamer Hochschule oder/und den Musikhochschulen Mannheim/Karlsruhe/Köln: 3 Musiker, die jeweils mit örtlichen Bläsern kooperieren

Der starke Fluss

2 Harfen, Bläser, Streicher

Minimalistische Komposition, die das Fließen darstellt, additiv arrangiert: Im Stück Silberfluss von 1984 habe ich dieses Thema schon einmal behandelt. Es taucht als Leitmotiv immer wieder auf. Zwischenthemen: Wasserfall, Stromschnelle, Das Mäandern

Die Alpen

Dargestellt von einem Chor (Urnäsch) und von Corin Curschellas (rätoromanischer Gesang)

Prähistorische Klänge

Bronzehörner, Lure, Mundbogen, Leier

Joachim Schween spielt LureDieser Teil wird von dem Musikarchäologen Joachim Schween betreut, der sich in vielen ähnlichen Projekten als stupender Kenner der Materie und als praktisch ausübender Musiker profiliert hat. Keltisch/Germanische Klänge, die bis in die Hallstadtzeit zurückreichen. Eiszeitliche Klänge von den Anfängen der Menschheitsgeschichte. Die alemannische-germanische Harfe („Leier von Trossingen“) wird rekonstruiert und von Rüdiger Oppermann gespielt. Klänge aus der Zeit der historischen Nibelungen, in der die Harfe schon das Haupt-Begleitinstrument der Barden darstellte, gespielt in einer rhythmisch-expressiven Technik, die eher an pulsierende Gitarrenriffs erinnert als an Harfen-Schönklang. Dies wurde schon einmal im „Brendan Voyage“-Projekt (Worms 2013) realisiert. Die eiszeitliche  „Geisenklösterle“-Flöte wurde ebenfalls rekonstruiert.

Römerklänge

Römerhörner, Sistrum (Rassel), Leier, Orientalische Blasinstrumente, Römerorgel

Bijan MahdjubDass die Römer vieles an neuen Kulturen an den Rhein brachten, ist ja bekannt. Wenig bekannt ist, was das für die Musik bedeutet. Es bedeutet zum Beispiel (wie in der Ausstellung im Badischen Landesmuseum Karlsruhe beeindruckend belegt wurde), dass insbesondere in Grenzregionen des Römischen Reiches, und hierbei speziell am Rhein, orientalische Kulte Verbreitung fanden, die natürlich auch musikalische Aspekte hatten: Wird Apollo noch als harmloser Leierspieler dargestellt, so weisen die erstaunlichen Funde von Mithras- und Isistempeln darauf hin, dass hier am Rhein auch Klänge aus Mesopotamien, Persien und Ägypten zu hören waren. Groß war die Zahl orientalischer Söldner und neuer Kultanhänger. Das bedeutet: Klänge aus diesen Vorderorientalischen Regionen werden mit integriert. Diese in ihrem historischen Klangbild zu recherchieren, wurde Bijan Mahdjub beauftragt, der als Halb-Perser und Spielmann beide Kulturkreise versteht. Gedacht ist auch an römische Hörner und an Hydraulos (Wasserorgel). Zusammenarbeit mit der auf frühe Orgeln (u.a. eingesetzt bei Gladiatorenspielen) spezialisierten Musikarchäologin Susanne Rühling (Museum Mainz).

Nibelungen

Gesang Nibelungenlied: Jørgen Lang zentralasiatischer Gesang, Morin Khoor: Enkh Jargal Dandarvaanchig

Wir entschlacken das Nibelungen-Thema, welches in der Romantik und in der Nazizeit vollkommen verunstaltet wurde, und führen es zurück auf die Urelemente: Die Heldensage, die Völkerwanderung, Zusammenstoß von westlicher (keltisch-germanischer) Kultur und Zentralasien (Attila, genannt Etzel), Liebe, Verrat. Die damals „typisch deutsche“ Kampfes- und Todessehnsucht (noch im Jenseits wird gekämpft…) der Deutschen wird nur am Rande thematisiert. Attila schlägt die Germanen und heiratet Kriemhild.

Andere Sagen: Loreley, Romantik

Gesang: Jenny Thiele

Natürlich darf die Loreley nicht fehlen, die deutsche Variante des Undinen-Themas: Frau bezaubert Mann. Mann wird verrückt. Parzival? Eine entsprechende Melodie ist schon kreiert, und das Stück ist schon aufgenommen.

Rheingold 1

Golden glänzende Bläserakkorde, Goldharfe, Flöten, Oberton-Geglitzer

Der Goldhut von SchifferstadtIm Zentrum des Rheingold-Abschnitts steht die musikalische Darstellung der realen Goldfunde, Goldhorte und vor allem der Goldhut von Schifferstadt, ein Element der Magie, Zeichen des Magiers. Zwerge und Gollums kommen nicht vor.

Rheingold 2

Shaker-Percussion, Zimbeln, Glocken

Ein weiteres Element könnte das traditionelle Goldwaschen (z.B. mit Originalklängen aus dem Goldwäscherdorf Münchhausen) sein , ein rhythmisches Sieben, durchsetzt  mit ab und zu aufblitzenden Goldkörnchen.

Rheingold 3

Aufnahmen von Industriegeräuschen, Blechbläser, wuchtige internationale Percussion, Basler Trommler

Am Rhein wird heute auch der Rheinkies als Rheingold bezeichnet. Geräusche der Kiesförderung könnten einen Abschnitt technisch-musikalischer Klänge bilden, zusammen mit  den anderer Rhein-Wertschöpfungsindustrien der Chemie (z.B. BASF) und der Hydroelektrischen Werke (z.B. neue Staustufe Iffezheim/ En-BW, EDF). Denkbar wäre ein Stück, in dem aufgenommene industrielle Klänge (Pulsieren, Rauschen, Pochen, Schlagen, Motoren...) konfrontiert werden mit  live erzeugten musikalischen Klängen (Jazzensemble, Streicherensemble, e-harp, archaisches Instrumentarium...). Ein ähnliches Stück habe ich schon einmal für KLANGWELTEN arrangiert. Die Schwerindustrie am Niederrhein wird musikalisch wiederauferstehen.

Frühes Christentum

Gesang, Gotische Harfe

Die Rheingegend wurde ja nicht zuförderst von Rom aus missioniert, sondern von irischen Mönchen. Es erklangen also nicht nur lateinische Liturgien, die auch in ihrer ältesten Form integriert werden, sondern auch irische frühmittelalterliche Klänge. Im frühen irischen Christentum fanden sich noch musikalische Relikte aus alter Kelten- und Piktenzeit. Dazu gehören auch Bronzeinstrumente, und auch die Harfe. Geplant ist die Zusammenarbeit mit dem Frühmittelalterspezialisten Pater Thomas, Dominikaner in Worms. Musik aus alten Manuskripten St. Gallen, Disentis, Bingen, dargebracht von Sigi Hausen (Estampie, Voca me, Qntal).

Volksmusik

Dudelsack, Schalmei, Cister, Flöte, Gitarre

NotenWir recherchieren nach den ältesten traditionellen Melodien der Schweiz, der Pfalz, Baden, Elsass, Rheingau und Kölner Bucht. Beteiligt ist René Egles aus Strasbourg, das Deutsche Volksliedarchiv Freiburg, und Christoph Pelgen, praktizierender Volksmusikexperte und Cédric Martin, im Elsass lebender Volksmusiker. Tänzerische Volksmelodien entspannen das Ohr an den Stellen, wo eine Konzentrationspause benötigt wird. Es geht um nicht weniger, als einige mitreißende eingängige traditionelle Motive zu finden, die es mit irischer Volksmusik aufnehmen können, und die durch den Missbrauch der Nazis verschüttet wurden. Auch aus dem Quellgebiet in Graubünden werden alpenländische Urklänge beigesteuert. Es werden drei „neue“ alte Volksmusikmelodie vorgestellt: eine aus St Gallen und zwei aus den Vogesen.

Mittelalter

Gesang, Harfe, Renaissance-Ensemble

Aus der überbordenden Vielzahl von bedeutenden  Klängen des Mittelalters am Rhein wählen wir einige Beispiele aus: Hildegard von Bingen, gesungen von Sigi Hausen, begleitet von Bardenharfe Beispiele Alter Musik: Hildebrandslied, Renaissance-Ensembleklang (Johannes Schenk), Tandernaken…

Rheinklang heute

Jazz-Ensemble, 6 Bläser, Jazz-Bläser-Solist

Gedacht ist an eine Zusammenarbeit mit den Musikhochschulen Mannheim (Pop/Jazz), Basel (Alte Musik), Rotterdam (zeitgenössischer Jazz/ Worldmusic). Dies könnte in der Form gestaltet werden, dass studierende oder ausstudierte Musiker als Ensemble-Mitglieder mitwirken. Rotterdam als Endpunkt der Rheinreise steht für mich auch symbolisch als der Ort, der die Öffnung des Rheins zur Welt bildet, ein extrem multikulturelles Umfeld und europäisches Zentrum der akademischen Weltmusikvermittlung. Denkbar sind z.B. ein Percussion-Ensemble aus Rotterdan, welches mit den traditionellen Trommlern aus Basel konfrontiert wird, oder Bläserensembles, die zusammen mit einem profilierten Solisten einen Bigband-Sound kreieren können. Studenten sollten dafür einen Praktikumsschein erhalten.

Lokalkolorit

Fanfarenzüge, Musikvereine, Posaunenchöre, Gesangsvereine

Denkbar wäre auch, so wie dies im KULTURHAUPTSTADT-Programm 2010 und im BRENDAN VOYAGE Projekt erfolgreich getestet wurde, dass an ausgewählten Orten ein lokales Bläsenensemble integriert wird, um einen stärkeren Bezug zur lokalen Kulturszene zu pflegen.

Der rote Faden

Erzähler:  Der Schatzsucher

Gedacht ist an eine Musikproduktion, die aus neu komponierten Teilen und Überliefertem kombiniert ist, auch mit verbindendn Klängen zwischen den Szenen. Es soll aber auch eine verbindende Textebene kreiert werde. Dabei halten wir uns nicht an vorhandene Texte sondern entwerfen neue, situationsangepasste Texte. Diesen Teil übernimmt Volker Gallé, profilierter rheinhessischer Denker, Dichter, Kulturorganisator, studierter Mediävist, Vorsitzender der Nibelungen-Gesellschaft und spiritus rector der Nibelungenfestspiele Worms. Der Text soll von einem Schauspieler rezitiert werden, evtl unterstützt durch leicht theatralische Szenen. Sprecher: Berth Wesselmann (Arte,SWR, Theater Baden-Baden, Brendan Voyage).