Dorle Ferber -Stroh zu Gold, CD-Cover

Dorle Ferber - Stroh zu Gold

KW 20043
CD im Digipack, 12-seitiges. Booklet, 17 Titel
Gesamtspielzeit: 53:37 min
Produziert von Rüdiger Oppermann


 

Titelnummer

Titel Spielzeit

Tonbeispiel

01 Märchen 03:20
02

Sommerlichter

03:20
03 Wegwartenmantra 01:26  
04 Stroh zu Gold 04:35
05 Prinz Birne 00:49
 
06 Und immer dem Lauf der Donau nach 04:00  
07

Waldelfengelächter

04:05  
08 Gunung Merapi 00:48
 
09 Meine Augen folgen den Wildgänsen 02:07  
10 Kleine Spiele 03:12  
11 Weltenritt 04:42  
12 Mutiger Engel, bleib 02:23  
13 Über die Freiheit 03:10  
14 Tanah air – Was ist Heimat? 04:25
15 TaiJai – von Taisersdorf nach Jaipur 04:15  
16 Durch den Brunnen gefallen 01:12  
17 Die schöne Lau 05:11  

 


Eine Solo CD der Sängerin und Geigerin Dorle Ferber

17 Lieder und Stücke
mit Stimme, Violine, Blech und Plunder
grob und fein – gezirpt, geschabt, gesungen –Stimmweben und Streichgespinste
Lyrik, Schreie und Gelächter –neue Kammermusik aus Urwald und Küche
aus wilden Gärten und geträumten Ländern –archaisch Wildes und tröstend Sanftes aus der Zukunft – für Vielfalt und Freiheit ...


Dorle Ferber hat nach einem klassischen Musikstudium mit Stimme und Violine Bands und Projekte unterschiedlicher Stilrichtungen (Folk, Rock, Jazz über Blues bis Improvisierte Musik) geprägt, u.a. Zyma, Zauberfinger, Hölzerlips, Cochise, Zeitenwende, Elster Silberflug). Sie ist auf zahlreichen CDs zu hören, arbeitet an Theatern, spielt Musik für Filme mit ein, komponiert für Performances und freie Theaterprojekte. Ihre Musik ist gekennzeichnet von Spielfreude und Neugier. Sie verweigert sich als Künstlerin der festlegenden Einsortierung in Schubladen. Ihre Musik verweist oft auf Außermusikalisches, sucht Bezüge zu Literatur, bildender Kunst, Tanz und die Auseinandersetzung mit dem Zeitgeschehen. Durch ein Kulturaustauschprojekt ergaben sich die letzten Jahre Begegnungen und Arbeit vor allem mit Künstlern aus Indonesien. Dorle Ferber tritt als Soloperformerin, aber auch projektweise und gerne mit anderen KünstlerInnen und MusikerInnen auf (Aktuelles bei www.dorle-ferber.de). Für diese CD hat sie Kompositionen verschiedener live-Projekte und Installationen teils neu arrangiert.

Auf STROH ZU GOLD streift Dorle Ferber mit Stimme und Violine als Jägerin und Sammlerin durch verschiedene musikalische Welten und spinnt daraus ihren eigenen Klangkosmos. Sie lässt sich von heimischen Wasserfeen, von Jazzgesang, von Folk oder von Märchen inspirieren. Sie vertont Lyrik, reist musikalisch zu Schamanen im hohen Norden oder zu indonesischen Vulkanen. Dabei erfindet sie neue volksliedschlichte Melodien und verknüpft sie zu mehrstimmigen Collagen. Sie tanzt geigend die Donau bis zum Schwarzen Meer entlang, lotet improvisierend Vokaltechniken und Stimmgeräusche aus, scattet, erzählt, haucht, säuselt, schreit und erfindet Fantasiesprachen.

Bei einzelnen Titeln haben folgende KünstlerInnen mitgewirkt: die Schauspielerin Donata Höffer (Rezitation auf 9), Rahel Beck (Kinderstimme auf 10), Tobias Escher (Akkordeon & Marimba auf 2 und 17), Hartmut E. Höfele (premix & special sounds auf 2 & 17), Michael Kiedaisch (Klangobjekt Berimdrum auf 9), Christoph Betz ( Kontrabass auf 10), Jojo Büld (Piano, Gitarre, Saiten und Moog auf 15), Mehandi Hasan aus Jaipur, Rajasthan (Gesang auf 15), Naushad Hasan (Tabla auf 15).

Dorle Ferber: Stimme und Vokalisen, gezupfte und gestrichene Violine, Gitalele, Obertonflöte, Blockflöten, Percussion, Maultrommel, javan. Rohrblattinstrument, Percussion und Metallklangobjekte sowie kleine Atmo-Aufnahmen aus Java oder dem Taisersdorfer Talgrund.

Das Gedicht „Märchen“,1, kommt vom Künstler und Dichter Hans Arp. Der Text zu 9 stammt vom Dichter und Revolutionär Xi Kang, einer der „Sieben Weisen aus dem Bambushain“ (3. Jahrhundert). 13, „Über die Freiheit“ ist eine Übersetzung Berthold Damsäusers der indonesischen Lyrik von Toto Sudarto Bachtiar. Auf 4 gesellen sich zu Dorles eigenem Text drei Auszüge aus Grimms Märchen, 12 ist ein kurzer Dorle-Text.
Kompositionen und Arrangements sind alle von Dorle.

Mischung: Kai Schlünz KATAPULT Tonstudio, Karlsruhe


Rezensionen


17 eigentümliche Klanggebilde, seltsame Toncollagen, geheimnisvolle Geräuschkompositionen voller Poesie und märchenhaftem Zauber. Sind das eigentlich noch Lieder? Völlig nebensächlich! Die multitalentierte Künstlerin entführt den unvoreingenommenen Hörer in ihren ganz eigenen, bunt schillernden Klangkosmos. Durch einen blauen Falter zu Beginn der Reise verwandelt, geht es mit den Wildgänsen, vorbei an singenden Wegwarten, immer dem Lauf der Donau nach, von Sommerlichtern erleuchtet, begleitet von zartem Waldelfenbeingelächter, durch märchenhafte Gefilde im Weltenritt bis nach Java und wieder zurück. Abgesehen von ein paar wenigen Gast-Einsprengseln – unter anderem Akkordeon, Marimba, Kontrabass, Loops und Geräusche – hat die schamanenhaft-schräge Dorle Ferber mit Stimme, Violine, Blech und allerlei Plunder alles selbst gezirpt, geflüstert, gesungen, gebrüllt, gespielt, gesponnen und gewebt. Ein im Doppelsinn fantastisches Werk, allerdings vornehmlich zum bewussten Zuhören geeignet.
— Kai Engelke FOLKER 2010

. ....Einen Eindruck ihres gereiften Personalstils, der zu Vergleichen mit Laurie Anderson oder Iva Bittova anregt, gibt die neue CD STROH ZU GOLD. Die Texte stammen von Hans Arp, aus chinesischen oder indonesischen Quellen, beim Titelstück dient eine Collage von Märchentexten der Brüder Grimm als Basis. Dazu singt Dorle Ferber Chöre ein, zwitschert, trällert, flüstert und kreischt. Aus den unterschiedlichsten Minstrumenten holt sie Melodien und Geräusche hervor, kombiniert diese mit kraftvollen Themen auf der Geige, einem treibenden 7/8 Beat oder akustischen Loops....
— Mafred Nabinger SZYLLAS LESEZEICHEN 2010

...und natürlich Dorle Ferbers faszinierendwandelbare Stimme, die alle Nuancen vom sanften Hauch bis zum schrillen Aufschrei auslotet. Was Dorle Ferber macht, erinnert zuweilen ein bisschen an die amerikanische Performance-Künstlerin und Avantgarde-Musikerin Laurie Anderson. Aber eben nur ein bisschen. Vor allen Dingen ist es unerhört verspielt, wunderbar verträumt, herrlich verrückt und einfach unvergleichlich.
— Ulrike Albrecht NEUE MUSIKZEITUNG 2010

Sie ist mit Sicherheit eine der ungewöhnlichsten Töchter Mannheims: Geigerin und Sängerin Dorle Ferber, die darüber hinaus noch Dutzende exotischer Instrumente beherrscht. Die nahezu im Alleingang aufgenommene Platte präsentiert die Mannheimerin als eine verwegene Mischung aus Schamanin, Märchenfee, Avantgardistin und Multikulti-Protagonistin. Im Zentrum ihrer furiosen Solo-Performance steht ihre Wunderstimme: Die kiekst und girrt, trtällert, scattet im Stil einer Jazzvokalistin, intoniert opernhafte Koloraturen, schraubt sich in melismatische Höhen oder erzählt mit elfenhafter Sprechstimme Märchentexte der Brüder Grimm.

Auch in instrumentaler Hinsicht gibt es für sie keine Grenzen: Zwischen Balkan-Rhythmen und Irish-Folk, Klezmer Weisen und Tabla-Klängen, schrillen Dissonanzen am Rande der Tonalität und unverschämt wohlklingenden Harmoniegesang hüpft, tanzt und springt sie wie ein Kobold durch alle möglichen Stil-Gefilde.

Das klingt verspielt, beschwörend, mystisch, witzig und anarchisch. Was beeindruckt und begeistert, ist ihre Kompromiss- und Hemmungslosigkeit. Wer den ausgeflippten Folk der incredible String Band liebt, die Weltmusik-Excursionen von Don Cherry oder Mani Neumeiers Solo-Performances, der wird sich auch für Dorle Ferbers Klang-Hexereien begeistern.
— Geog Spindler MANNHEIMER MORGEN 2010


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