Wind Songs

Wind Songs

mysterious sounds of the windharp baden-baden

KW 20038
CD im Digipack, 12-seitiges. Booklet, 10 Titel
Gesamtspielzeit: ca. 58:17


WIND SONGS

Die lange vergriffene Aufnahme der fantastischen Klänger der Windharfe auf der Schlossruine Hohenbaden in Baden-Baden wurde digital neu aufpoliert, neu gemastered und auf unserem Label neu veröffentlicht. Darauf haben viele gewartet. Die Windhatfe hat eine treue Anhängerschaft. Manche feiern dort ihre Party. Manche übernachten dort. Und wenn der Wind bläst, hört man die Harfe singen. Oder man kauft sich diese CD. Und man hört: unglaubliche Klänge des 120saitigen, riesigen Instruments, gespielt nur vom Wind ! Ein Wunder der Natur zwischen Orgelgebraus, Chorgesang und Düsenjet....manchmal singen auch die Vögel mit.

Booklet-Text:

Auf dieser CD hören Sie die Klänge der Windharfe, die auf der Schlossruine Hohenbaden in Baden-Baden aufgestellt wurde. Es ist ein neues Instrument, das speziell zu dem Zweck gebaut wurde, Wind in Klänge zu verwandeln. Die Nylonsaiten werden vom Luftzug zum Schwingen gebracht. Der Klangkörper verstärkt diese Schwingungen. Die Saiten sind auf zwei Grundtöne gestimmt (bei den songs 1-4) oder auf eine pentatonische Skala (fünf Töne, bei den songs 5-10). Was wir hören (vorausgesetzt der Wind weht vom Tal her), sind Melodien aus Obertönen dieser beiden Grundtöne.
Manchmal hört man auch den Wind blasen, und die Vögel zwitschern (die Nachbarvögel passen ihren Gesang offenbar den Schwingungen der Windharfe an).

WAS SIND OBERTÖNE ?

Jeder Ton, den wir hören, besteht aus mehreren Teilen: der Grundschwingung und einer Anzahl von Obertönen. Diese sind eine Reihe von sehr hohen Tönen („Partialtöne“), die im genauen ganzzahligen mathemetischen Verhältnis zum Grundton stehen (z.B.1:2:4:8 usw, aber auch f 3:4, 4:5 usw). Sie sind als Naturgesetz festgelegt. Wir nehmen sie als Tonfarbe wahr, so daß wir unterscheiden können, ob ein Ton z.B. von einer Flöte oder einer Trompete herstammt - nämlich je nachdem, welche Töne aus der Obertonreihe laut, leise, oder gar nicht zu hören sind.
Die ersten 15 Obertöne sind , ausgehend vom Grundton C, in aufsteigender Folge : C G C E G B c d e fis g a b h c. Natürlich gibt es auch noch höhere Obertöne, wir können sie aber kaum noch hören.
Dies sind alles reine Intervalle (Naturtöne); das bedeutet, daß sie von den europäischen („gleichschwebend-temperieten “) Tonleitern abweichen, und zwar je höher, desto mehr (außer bei der Oktave).
Die physikalische Gesetzmäßigkeit der Obertonreihe hat schon im Altertum Erstaunen und fast religiöse Begeisterung ausgelöst. Macht sie doch kosmische Gesetze hörbar, die wir auch in vielen anderen Lebensbereichen wirken sehen, in der Biologie, der Musik, der Architektur, der Molekularphysik, der Farbenlehre, der Astronomie...
In der Harmonikalen Grundlagenforschung werden diese Zusammenhänge untersucht.

Die Windharfe kümmert das wenig. Sie schwingt vor sich hin, je nach Windstärke laut oder leise. Bei Windstille schweigt sie. Bläst der Wind gleichmäßig und schwach, dann klingt es wie am Anfang der Aufnahme: Hauptsächlich tiefe Töne sind zu hören, fast klingt es wie ein mystischer Chor. Bei sehr starkem, gleichmäßigen Wind hören wir nur sehr hohe Töne. In dieser Tonhöhe wirken die Obertöne dissonant, bei Sturm klingt es wie ein startender Düsen-Jet ( Beim Jahrhundert-Sturm „Lothar“ am 26.12.1999 klang es wie ein startendes UFO, während ringsum meterdicke Eichen entwurzelt wurden und Tannenwälder wie Streichhölzer abgeknickt wurden. Die Windharfe blieb stehen.) Weht der Wind böig, hört man zuerst das Blasgeräusch, danach eine schnell auf- und absteigende Melodie.

Wir beginnen zu ahnen, daß wir ständig von einer unendlich großen Zahl von Schwingungen umgeben sind, von denen die Windharfe einen kleinen Teil hörbar macht. Gespannte Saiten stehen nie still. Sogar im winzigsten Sub-Molekularbereich spricht man heute von „strings“, die durch ihre Schwingung Materie erzeugen.

Seit Jahrtausenden ist das Prinzip der Windharfe bekannt. Schon die alten Griechen fertigten solche Instrumente an, sie wurden mit dem Windgott Äol in Verbindung gebracht (daher auch der Name „Äolsharfe“). Im Talmud heißt es, daß „Davids Harfe um Mitternacht ertönte,wenn der Nordwind sie berührte“. Auch in China („King-Chang“, Drachenharfe), Japan („Jao-Pien“) und Indonesien benutzte man Windharfen. Pythagoras erforschte die Obertonreihen. Der Heilige Dunstan (10.Jahrh.) Robert Fludd, und Eustathius von Thessanoniki (12.Jahrh.) liebten ihren Klang. Der deutsche Gelehrte Athanasius Kirchner (17.Jahrh.) bauten für seine alchemistischen Forschungen solche Instrumente. Er hörte die „Harmonie der Welt“ aus diesen Klängen und fertigte eine Zeichnung an, in der Gott selbst, aus der Wolke heraus ,die Windharfe stimmt.

Ihre Blütezeit erlebte sie in der deutschen Romantik. Man vermeinte, den Klang von „klagenden Geistern“ zu hören. Bei den Protagonisten der esoterisch-spiritistischen Welle im 19. Jahrhundert und den Anhängern des Mesmerismus kam dieser Klang gut an. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten dieser Zeit war der schwäbische Dichter Justinus Kerner, auf dessen Initiative hin 1851 eine kleine Windharfe genau an der Stelle aufgestellt wurde, an der heute die Große steht, die wir hier hören. Wir wissen nicht, was aus dem Originalinstrument geworden ist. Es stand bis 1920 in Baden-Baden.
Interessant ist, wie unterschiedlich die Menschen des 19. Jahrhunderts auf die Äolsklänge reagierten. Sie empfanden sie als geisterhaft raunend, furchterregend, zauberisch, Klänge aus dem Reich der Toten etc... Heute empfinden wir sie eher als anziehend, wie einen großen Chor von Ligeti, faszinierend, harmonisch, „eine göttliche Komposition, die alle New-Age-Synthesizerklänge in den Schatten stellt“ (so beschrieb es eine Besucherin).

Vielleicht hängt das auch damit zusammen, daß die Instrumente des 19.Jahrhunderts natürlich nur mit Mitteln ihrer Zeit gebaut werden konnten, also aus Massivholz, mit Darmsaiten bespannt. Man kann sich vorstellen, wie schnell sich ein solches Instrument verzieht und verstimmt, wenn es im Freien im Wind steht.

Eine verstimmte Windharfe klingt wie ein verstimmtes Orchester. Die Windharfe des G.Gattoni in Como (17.Jahrh) wurde denn auch als Barometer benutzt !
Die Neue Windharfe wurde aus wetterfestem Material gebaut und mit Spezial-Nylonsaiten bespannt. Sie wurde so gebaut, daß sie genau in den Fensterausschnitt hineinpasst und möglichst gut den Wind auffangen kann. Deshalb gibt es, vom zentralen Klangkörper ausgehend, zwei Reihen von Saiten, die nach oben und unten gespannt sind, die längsten Saiten sind 160 cm lang. Das ganze Instrument wurde dadurch 4,30m hoch - derzeit die grösste in Europa.

Dass Naturgesetze so schön klingen können, ist fast wie ein Wunder. Auf dieser CD hören sie einen winzigen Ausschnitt aus der göttlichen Komposition der Natur, die uns im stetigen Fluss umgibt. Geniessen sie den Klang!



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