Enkh JargalENKH JARGAL DANDARVAANCHIG
(Mongolei)

…gehört zum Erstaunlichsten, was die Mongolei musikalisch zu bieten hat.

Er ist ein hervorragender Virtuose auf der Morin Khoor (Pferdegeige), auf der er die alten Melodien der Hofmusik spielt ("Langgesang") aber auch Volksmusik der Steppenreiter im Galopp-Rhythmus. Ausserdem ist er ein guter Improvisator. Auch als Sänger leistet er Aussergewöhnliches: Seine Stimme reicht über fünf Oktaven, vom abgrundtiefen Schamanengesang (Kharhira) bis zum Obertongesang (Xöömi) ohne jede Attitüde und esoterisches Beiwerk, einfach als Wunder der Natur.
Enkh Jargal Dandarvaanchig stammt aus der Tundra der Nord-Mongolei, nahe der sibirischen Grenze (Altanbulag). Er wurde schon als Kind aus seinem Dorf in die Hauptstadt Ulan Baator geschickt, weil man seine ungewöhnliche musikalische Begabung erkannte. Dort erlernte er zuerst im Musikinternat und später an der staatlichen Musikhochschule das Nationalinstrument der Mongolei, die Morin Khoor (bei Prof. G.Jamjan). Nebenbei begann er zu singen. Mit dem nationalen Folkloreensemble reiste er durch das Land, spielte auf Dorfplätzen, in Gemeindehäusern oder einfach mitten in der Steppe für die Nomanden.

Durch seinen familiären Hintergrund (Epis Vater zog sich in die Taiga zurück um Pferde zu züchten, ein Teil der Familie lebt in Yurten) ist Epi eng verwurzelt mit dem traditionellen und nomadischen Lebensgefühl seines Volkes. Als musikalischer Leiter der Gruppe Altai Orgil kam er 1995 nach Europa, wo er sofort in der Musikszene Aufmerksamkeit erregte. Er spielte 9 Jahre im Projekt KARAWANE. Beim Schweizer TanzTheater RIGOLO lieferte er die Live-Musik für 198 Aufführungen von SANDDORN und für 48 Aufführungen (2004) von .....same water.

Er konzertiert in Deutschland, aber auch im europäischen Ausland, 6 Monate bei der Schweizer Expo 02 , in Frankreich zB im Theatre National in Paris, und den USA . Nebenbei war und ist er immer wieder gern gesehener Gastmusiker bei verschiedenen nicht-traditionellen Projekten..

Heute zeigt er sich auch gerne von der jazzigen Seite und vervollkommnet seine Fähigkeiten zu improvisieren im Cross-over-Bereich zwischen Jazz, Ethno und Avantgarde. Mit seiner eigenen Interpretation mongolischer Volksmusik schreitet er inzwischen auch auf Solopfaden, seine CD "Hoirr Öngö" ist dafür ein gutes, vielgelobtes Beispiel.

Der Kehlkopfgesang Kharkhira gilt in der Mongolei als ganz normale Art zu singen. Hierbei werden durch Pressen des Kehlkopfes die Stimmbänder eine Oktave nach unten transponiert. Diese Gesangstechnik wurde im schamanistischen und buddhistischen Ritual perfektioniert, um den magischen Worten mehr Kraft zu verleihen. Die Melodien sind pentatonisch. Wichtig sind die Verzierungen, im mongolischen sagt man "Muster weben". Der Obertongesang Xöömi hat in der Mongolei seinen Ursprung. Diese Gesangstechnik stellt höchste Anforderungen an die Sänger. Er muss sehr starken Pressdruck ausüben, und das Zusammenspiel von Stimmband-muskeln, Zwerchfell, Rachen- und Zungenbewegungen perfekt beherrschen. So erklingt plötzlich über einem lange gehaltenen Grundton eine glasklare, flötenartige Melodiestimme.

Die Pferdekopfgeige MORIN KHOOR ist das Nationalinstrument der Mongolei. Sie ist fest verbunden mit der Nomadenkultur und man kann sie auch in abgelegensten Steppengegenden in den Gers (Yurten/Zelten) hören. Auch in der klassischen Hofmusik, die bis in die Zeit Dschingis-Khans zurückgeht, spielt die Morin Khoor eine wichtige Rolle. Anders als bei europäischen Streichinstrumenten werden die Saiten mit der linken Hand nicht von oben, sondern von der Seite her gegriffen.

Das Pferd ist der zentrale Lebensinhalt der Nomaden. Auch die traditionelle Musik galloppiert normalerweise im Pferderhythmus. Nicht nur der Kopf des Instrumentes ist als Pferdekopf geschnitzt, auch die Bogenhaare stammen vom Pferdeschwanz, ja sogar die zwei Saiten, die Bündel von Pferdehaaren sind.


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