ZOLTÁN
LANTOS
(Ungarn/Indien)
zwischen Puzta und Himalaya - Weltenwanderer mit Geige
Zoltan studierte Geige an der Musikhochschule in Budapest, begann sich aber schon früh für indische Musik zu interessieren. Schießlich reiste er 1985 mit einem Stipendium nach Indien, wo er 9 Jahre lang klassische indische Musik studierte. Nach seiner Rückkehr nach Budapest 1995 entwickelte er einen sehr persönlichen Improvisationsstil, in dem er seine Erfahrungen aus der eigenen Tradition, der indischen Musik und europäischem Jazz zusammenführte. Er ist einer der ganz wenigen Musiker in Europa, der souverän und virtuos zwischen europäischer und indischer Spieltechnik und Musikauffassung wechseln kann
In indischer Musik gibt es z.B. kein Vibrato, dafür aber eine Reihe von schnellen Vorschlägen und Schleifern, die ähnlich intensivierend wirken wie ein Vibrato. Es werden sehr reine Intervalle bevorzugt, jeder Melodieton ist auf den immerwährenden Grundton bezogen. Akkordische Harmonien im westlichen Sinne werden in indischer Klassik abgelehnt bzw in lineare Linien gebrochen.
In Ungarn spielte Zoltán mit Márta Sebestyén, László Dés, Mihály Dresch, Kornél Horváth, undFerenc Snétberger.
Zoltan hat sich eine spezielle fünfsaitige Geige bauen lassen, die noch zusätzlich mit 16 Resonanzsaiten versehen ist (ähnlich wie bei der viola damore).
In den letzten Jahren hat sich Zoltan auch mit elektronischer Verfremdung der Klänge und mit ausgefallenen Begleit-Sounds/Loops beschäftigt.
Auf drei eigenen CDs und einer Vielzahl von Auftritten als Gastmusiker, zB bei Charlie Mariano, Ramesh Shotham, Renaud Garcia-Fons, Rabih Abou-Khalil, und Dhafer Youssef glänzt er als pfeilschneller Virtuose und feinsinniger Tonmaler. Ein Weltenwanderer im wahrsten Sinne.