K L A N G W E L T E N

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- Festival der WeltMusik-

ein Dialog der Kulturen


"Die Weltmusik lebt nicht hinterm Mond..." ( FAZ )


Prélude:

Seit 1987 hat sich das KlangWeltenFestival als erfolgreichstes und ältestes deutsches Welt-Musik-Festival auf Tournee etabliert. In den ersten Jahren wurde der Schwerpunkt auf die stilreine Darstellung traditioneller Musikkulturen gelegt.


Heute geht es daneben auch um ein kulturübergreifendes Zusammenspiel der MusikerInnen . Wir wollen dazu beitragen, das Verständnis zwischen den unterschiedlichen Kulturen zu fördern. Dazu müssen wir diese erst einmal kennenlernen und uns mit Respekt begegnen. Wir organisieren diese Begegnung.


In unserem 2-stündigem Abendprogramm begeben wir uns auf eine musikalische Weltreise. In diesem Jahr sind acht Musiker aus sechs Ländern beteiligt. Vorproben, Begegnungen, Reisen begannen bereits im Januar.


KlangWelten 2001 ist ein Fest für Auge und Ohr, Musik mit Herz und Hirn .


Ein internationales, hochkarätig besetztes Ensemble von Musikern aus aller Welt garantiert ein unvergleichliches und unvergessliches Konzerterlebnis .


 

KLANGWELTEN 2001 - beteiligte Gruppen und Musiker :
AgusWahyu Rhythm Explosion (Java),
Gendang-Trance-Drums, Gamelan,Sanggak-Vokalakrobatik
Estampie Duo (D) Sigi Hausen-Stimme, Michael Popp-Mittelalterliche Instrumente
Walli Wallabi Nyoongi (Australien) Didgeridoo
Jatinder Thakur (Indien) Tablas
Angel Dobrev (Bulgarien) Gadulka
Rüdiger Oppermann (Europa) Keltische Harfen, perc, Konzeption





Agus Wahyu Rhythm ExplosionAGUS WAHYU RHYTHM EXPLOSION Die beiden Musiker aus Java (Indonesien) waren die absoluten Publikumslieblinge der letztjährigen Tournee. Sie verblüffen mit überwältigender Trommeltechnik auf ihren Gendang -Trommeln, einem Set aus 6 gestimmten Trommeln, Saron-Metallophonen und Sanggak-Vokalakrobatik, der indonesischen Trommelsprache.


Agus und Wahyu gehören zur jungen Elite der altehrwürdigen Gamelan-Musik in Java (Indonesien). Sie stehen für hohe Präzision, ausgefeilte Arrangements,Witz,treibende Grooves, Spontanität und Professionalität.


Auf den Metallophonen spielen sie die magisch-verzaubernden Klangkaskaden
der Sunda-Gamelans in den typischen, ineinander verschränkten Mustern.

EIN ANDERES KONZEPT VON ZEIT UND RAUM Diese „Inherant patterns“, bedingen ein genaues, zahnradartiges Ineinandergreifen der Stimmen. Die Verteilung der Töne im Raum wird von den Musikern nicht als linear empfunden, „oben“ und „unten“ in einer Skala ist auswechselbar, da die Instrumente von einem Zentalton aus gestimmt werden.


Jeder Ton der Metallophone wird mit der rechten Hand mit einem Holzhämmerchen angeschlagen, die andere Hand dämpft kurz darauf ab. Durch diese Spieltechnik, die man den „menschlichen Dämpfer“ nennen könnte, sind kurze, präzise Schläge möglich , schnelle Melodielinien ohne daß der Klang verschwimmt. Der Musiker muss dazu mit einem Teil des Bewusstseins der Melodie hinterhereilen. Ein anderer Teil des Musikerbewusstseins muss der Melodie vorherschreitet, denn viele typische Verzierungen sind „vorweggenommene“ Melodietöne. Voraussetzung ist ein Bewusstsein der Gleichzeitigkeit, eine schwebende Aufmerksamkeit, die ein Hin- und Herwandern zwischen den verschiedenen Ebenen der spiralförmigen Melodiestrukturen ermöglicht. Zeit und Raum haben also eine ganz andere Funktion als in europäischer Musik. Die Musiker begeben sich in einen Bewusstseinszustand weit jenseits des Alltagsbewusstseinein Zustand den „normale Menschen“ im Westen nur durch Meditation oder Drogenkonsum erreichen.

Agus und Wahyu stammen beide aus Musikerfamilien in West-Java. Sie studierten an der Hochschule für traditionelle Musik in Bandung. Beide spielen in einer Vielzahl von traditionellen und modernen Gruppen in Indonesien und haben auf zahlreichen CD-Produktionen mitgewirkt.


Agus Supriawan unterrichtet mehrere Monate im Jahr an Musikhochschulen in Australien, Neuseeland , Malaysia und Indonesien.
Wahyu Roche ist als Kurator der Musikabteilung des Museums in Bandung zuständig für den Gamelanunterricht der Schulkinder.
Wir haben die beiden wieder eingeladen, weil sie den idealen percussionistischen Counterpart spielen können zu:

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Estampie DuoSigi Hausen und Michael Popp von der Mittelalter-Musikgruppe ESTAMPIE, dem profilierten Ensemble, das durch die Neudeutung Alter Musik und die Verbindung mit Neuzeitlicher Musik bekannt wurde.

In Ihrem Programm schlagen Estampie eine Brücke über die Zeit zwischen Mittelalter und Moderne, bei KlangWelten werden wir auch eine Brücke zwischen den Kulturen bauen.

Nach traditionellem Gesangs- und Blockflöten-Studium am Mozarteum Salzburg und der Rekonstruktion mittelalterlicher Gesänge widmete sich Sigi Hausen bald den Genre-übergreifenden Aspekten zwischen Alter Musik und Neuer Musik. Als zentrale Stimme des Ensembles zelebriert sie den mittelalterlichen Gesang in seiner Klangreinheit und überirdischen Schönheit . Auf unzähligen Konzerten und auf 5 CD-Produktionen hat sie es geschafft, die Alte Musik auf den Punkt zu bringen: Eben nicht nur an den dürren Noten vergangener Zeiten zu hängen, sondern die besondere Aura dieser Zeit einzufangen, Mystik und Wucht, esoterische Andeutung und weltliche Kraft zu verbinden. Eine begnadete, ruhige und reine Stimme .


Michael Popp ist die treibende Kraft zwischen Komposition, Interpretation und Improvisation, nicht nur im Mittelalterensemble, sondern auch auf ganz anderen Musikgebieten: in der Gothic-Techno Gruppe Qntal und bei Deine Lakeien. Ein Multiinstrumentalist, der mit Fiedel und Laute ebenso gut umzugehen weiß wie mit zeitgenössischen Instrumenten.
Als mutige Vertreterin für die europäische Musiktradition wird Sigi Hausen bei KLANGWELTEN mit anderen Musikkulturen konfrontiert. Man darf gespannt sein. Ob sie über Gamelan-Klänge singen wird ? Harfe und Stimme klingen ja schon fast wie auf Wolken. Aber wie klingt ein klangreiner Mezzosopran in der Kombination mit Didgeridoo ?

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Walli Wallabi NyoongiWALLI WALLABI NYOONGI (Noongaland/Australien).
Soll man überhaupt noch Didgeridoo-Spieler nach Deutschland holen, oder ist das Thema schon überstrapaziert ? Wir denken: Ja, es ist wieder an der Zeit, einen australischen Aborigine bei uns auftreten zu lassen. Der Auftritt von Scrub (KlangWelten 1989) hat eine unglaubliche Welle von Didgeridoo-Begeisterung in Deutschland ausgelöst. Er war der erste "echte" Didg-Spieler auf Tournee, zu einer Zeit, als noch niemand wusste, wie man das Wort überhaupt buchstabiert. Zwar haben wir in den vergangenen 12 Jahren Dutzende von weissen Musikern mit dem Blasrohr gehört, aber kommt einer von ihnen an die Ureinwohner heran?


Australische Musiker haben eine ganz andere Dimension in ihrer Musik entwickelt. Zunächst hören wir nur einen unendlichen Ton - Der Eine Ton , der durch Zirkularatmung durchgehalten wird. (Der Musiker atmet durch die Nase ein und durch den Mund aus). Dieser Grundton dient als Transportmittel für unglaubliche Oberton/Kreuzschwingungen (der Musiker singt gleichzeitig und kann durch Veränderung des Rachenraumes unterschiedliche Obertonkombinationen mitschwingen lassen.) Plötzlich hören wir ein ganzes Panoptikum der australischen Natur an uns vorbeiziehen: Da heulen die Wildhunde, hüpfen die Känguruhs, fliegen Vögel, hören wir Blitz und Donner und die menschliche Stimme.


Das Spiel auf dem erstaunlichen Holzrohr, das traditionell von Termiten ausgehöhlt wird, ist eng verbunden mit animistischen Ritualen und mit den geheimen Liedern, die die magische Landkarte des Wanderers beschreiben ("Songlines").Wallabi geht regelmäßig zu walkabouts in den Busch zurück. Ansonsten arbeitet er beim Middar Aboriginal Theatre in Perth. Wir freuen uns, wieder ein Original zu hören.

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Jatinder ThakurJATINDER THAKUR (Indien) Einer muss dabei sein, der ein Profi im stilübergreifenden Zusammenspiel der Musiker ist, ein Übersetzer der Kulturen, asiatischer counterpart und langjähriger Begleiter (seit 18 Jahren) von Rüdiger Oppermann. Als solcher hat sich Jatinder per excellence positioniert. Der beste Tablaspieler in unseren Breitengraden, über den man eigentlich kaum noch ein Wort verlieren muss, hochvirtuos, grundierend, anpassungsfähig, ein fabelhafter Solist und ein beliebter,warmherziger Begleiter. Sein Trio mit den Indonesiern wurde in der Zwischenzeit noch weiter ausgebaut zu einem Fest der Perkussion.

 

 

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Angel DobrevANGEL DOBREV aus Bulgarien wird uns eine Musik näherbringen, die an der Nahtstelle zwischen Orient und Occident entstand: Die einschmeichenlnd-verzierte Linienführung der türkisch beeinflussten Melodien, kombiniert mit den typischen "ungeraden" Rhythmen der Balkan-Musik, ein andauernder Fluss hinreissender Klänge. Die Gadulka hat drei Spielseiten, die mit dem Bogen gestrichen werden. Das besondere aber sind eine Vielzahl von mitschwingenden Harmoniesaiten, die die Klänge zusätzlich einfärben.


Typisch in der bulgarischen Musik sind die feinen Verzierungen, Melismen, Triller und mikrotonale Intervalle. Todorov ist ein Weltenwanderer in Ost-Version: Er komnmt von der dörflichen Musiktradition mit stundenlangen Epischen Gesängen und kreisförmigen, kompakten Tanzmelodien....hat aber auch Musik studiert und arbeitet heute im nationalen Folkloreensemble des Bulgarischen Rundfunks (jawohl, da kamen auch die Frauenstimmen her...). Im Frühjahr 2001 wurde das KlangWeltenFestival durch eine Reise Rüdiger Oppermanns nach Bulgarien vorbereitet., wo die ersten Proben, aufnahmen und Arrangements stattfanden.

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RÜDIGER OPPERMANN
ist der spiritus rector der KlangWeltenFestivals, und seit 20 Jahren unermüdlicher Promotor seiner Instruments, der Keltischen Harfe. Im Jahr 2001 wird er, auf vielfachen Publikumswunsch hin, wieder etwas mehr moderierend die Musik und Instrumente des Festivals erklären. Der Erneuerer des Harfenspiels gilt international als einer der bedeutendsten Harfenisten der Gegenwart. Auf 39 CDs ist sein Werdegang vom straßen-musizierenden Kelto-Barden zum WeltMusiker gut dokumentiert.


Als Produzent der KlangWelten-Festivals und der Internationalen Harfenfestivals war er sich nicht zu schade, mit dem Fahrrad durch die afrikanische Savanne zu radeln, auf der Suche nach einer ausgefallenen Harfentradition. Auf Pferderücken findet man ihn in der Mongolei , im Kanu in Zentralafrika, zu Fuß in Indonesien, und im Flugzeug in den USA. Für KlangWelten bereist er nun mit neuen Perspektiven die Welt der Musik und sucht neue, interessante MusikerInnen und Stilrichtungen, die es verdient hätten, auf eine große Bühne zu kommen.


Ausgerüstet mit Mikrofonen, Aufnahmegeräten, Harfen und offenen Ohren, mit dem Verständnis des mitspielenden Musikers bereist er die Welt. vermittelt er uns eine Welt der unbekannten , erstaunlichen Klänge . Ein GLOBAL PLAYER im wahrsten Wortsinn.

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